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modernAKIS auf der WiTa 2026  [09.03.26]

Die Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau (WiTa), eine zweijährlich stattfindende Konferenz zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im ökologischen Landbau im deutschsprachigen Raum, fand dieses Jahr vom 3.–6. März an der Universität Bonn statt.

Im Rahmen dieser Konferenz organisierten drei Partner aus dem Projekt modernAKIS, darunter unser Institutsmitglied Sangeun Bae, gemeinsam mit Mitgliedern des externen Projekts NutriNet einen Workshop mit dem Titel „Innovative Methoden des Wissensaustauschs – Die Farmer Field School“. Ziel des Workshops war es, partizipative Ansätze der Wissensproduktion zu erkunden und aufzuzeigen, wie Formate wie eine Farmer Field School ein konkretes Beispiel dafür bieten, wie Prinzipien der Wissensko-Produktion in der Praxis umgesetzt werden können.

Der Workshop begann mit einem Impulsvortrag von Sangeun mit dem Titel „Frustration oder Mehrwert durch den Multi-Akteurs-Ansatz, Partizipation und interaktive Innovation?“. In ihrem Vortrag zeigte Sangeun auf, wie EU-Initiativen wie EIP-AGRI und Horizon Europe neue Anreize für die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis schaffen. Gleichzeitig wies sie auf eine zentrale Spannung hin: Während Multi-Akteurs-Ansätze relevantere und wirkungsvollere Forschung versprechen, gehen sie für die Beteiligten häufig mit erheblichen Herausforderungen einher.

Eine zentrale Botschaft des Vortrags war, dass diese Herausforderungen systemischer Natur sind und aus dem Zusammenspiel übergeordneter Rahmenbedingungen entstehen, etwa aus Finanzierungsstrukturen, institutionellen Anreizsystemen, individuellen und organisatorischen Kapazitäten sowie unterstützenden Infrastrukturen. Um das Potenzial der Wissensko-Produktion voll auszuschöpfen, betonte Sangeun, dass es notwendig ist, Co-Produktion nicht nur als Intervention auf Prozessebene zu verstehen, sondern als Intervention auf Systemebene, die Veränderungen im weiteren förderlichen Umfeld erfordert.

In der anschließenden Sitzung, die von Partnern des NutriNet-Projekts geleitet wurde, lernten die Teilnehmenden den Farmer-Field-School-Ansatz als konkrete Methode zur Förderung partizipativen Lernens und Wissensaustauschs kennen. In einer interaktiven Rollenspiel-Übung arbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen und übernahmen verschiedene Rollen, etwa Problemgeber, Beraterinnen und Berater sowie Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis. Jede Gruppe setzte sich gemeinsam mit einer realen Herausforderung auseinander, sodass die Teilnehmenden erleben konnten, wie Wissen durch strukturierte Dialoge und Peer-Learning-Prozesse ko-produziert werden kann.

Am Workshop nahmen 22 Personen aus unterschiedlichen Bereichen teil, überwiegend Forschende mit Interesse an praxisorientierter Forschung. Insgesamt wurde die Sitzung positiv aufgenommen: Viele Teilnehmende fanden sich in den geschilderten Herausforderungen wieder und beteiligten sich aktiv an den anschließenden Diskussionen darüber, wie Multi-Akteurs-Ansätze besser unterstützt werden können. Einige äußerten zudem Interesse daran, mit partizipativen Formaten ähnlich der Farmer Field School im Kontext von Forschungsdesign und Lehre zu experimentieren.

Wir sind gespannt, wie die Erkenntnisse aus diesem Workshop Sangeuns laufende Arbeit in modernAKIS prägen werden – insbesondere bei der Entwicklung von Interventionsstrategien, um die Beteiligung von Forschenden an Multi-Akteurs-Ansätzen besser zu unterstützen.


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